Verwurzelt & Weit


EINE ÜBUNG FÜR VERBUNDENHEIT UND DIE SCHÄRFUNG DEINER WAHRNEHMUNG

In dieser Ãœbung lade ich dich ein, deine Wahrnehmung über deinen Körper hinaus in den Raum auszudehnen. So kannst du deine Verbindung zu dir selbst und der Welt um dich herum vertiefen. Du wirst deine Präsenz erweitern und gleichzeitig mehr Achtsamkeit für deine inneren Bedürfnisse entwickeln. 

Warum deine Wahrnehmung so wichtig ist:

Unser Körper ist vor allem eines – ein großartiges Wahrnehmungsorgan – unsere Haut, unsere Sinne, unser Temperatur- Empfinden, unsere Empathiefähigkeit, unsere Intuition.Leben ist Wahrnehmen. Für ein ausgeglichenes Leben brauchen wir die Fähigkeit, das, was in uns und um uns herum geschieht, bewusst wahrzunehmen. Andernfalls verschließen wir uns gegenüber bestimmten Erfahrungen, was zu Verhaltensmustern und Leiden führen kann.Wenn ich gelernt habe, meine eigene oder die Traurigkeit von anderen nicht zu spüren, werde ich unsensibel aber auch weniger genussfähig und berührbar.Das heisst nicht, dass wir uns fortwährend alles Leid dieser Welt „auf die Schultern laden müssen“, aber dass es ein Teil von uns ist, spüren zu können und uns allen Erfahrungen öffnen zu können – ohne das Gefühl für die eigenen Grenzen zu verlieren. Für viele von uns eine Kunst und eine lebenslange Lernaufgabe. Unser Wahrnehmungsvermögen zu steigern ist auch ein großer Genuss.

Hier eine Übung dafür, wie du sozusagen deine „Fühler“ besser ausbreiten und dich und die Welt dadurch mehr spüren kannst.

Vorbereitung: Den Körper entspannen und ankommen

Stelle dich entspannt hin und atme erst einmal durch.Schüttle dich sanft, vielleicht musst du Gähnen, magst dich strecken usw. Lass die im Laufe des Tages angesammelte Anspannung los und verteile sie im Körper.Dann schliesse die Augen und komm ganz in deinem Körper an, wie immer du dich gerade fühlst.

Erweiterung der Wahrnehmung: Spüre den Raum vor dir

Fang nun an, den Raum vor dir bewusst mit geschlossenen Augen wahrzunehmen. Spüre, den Raum vor dir, die nächsten Meter im Raum, egal ob da Wände sind oder nicht. Atme weiter, spür alles vor dir und entspanne dich dabei.

Die Rückseite wahrnehmen: Dein inneres Radar aktivieren

Nach 1-2 Minuten achtest du besonders auf deine Rückseite und alles, was sich hinter ihr befindet. Behalte den Raum vorn „auf deinem inneren Radar“ und nimm nun alles in deinem Rücken dazu. Spüre weit hinter dich und verbinde dich mit deiner Wahrnehmung nach hinten, bis dort mehr und mehr gefühlter Platz entsteht.

Seitenwahrnehmung: Links und rechts intensiv spüren

Dann gehst du zu deiner linken Seite und erweiterst deine Wahrnehmung weitflächig auf alles, was sich links von dir befindet. Koste das richtig aus, atme dabei, du kannst auch – nach Bedarf – deine Standposition verändern, dich leicht bewegen, so wie es sich für deinen Körper gut anfühlt.Entspanne dein Gesicht und deine Sinne – die Wahrnehmung braucht keine Konzentration vom Kopf, sondern vom ganzen Körper.

Das was du durch diese Übung erfährst: wenn du deineWahrnehmung erweiterst, hast du auch selber mehr Platz.

Nach 1-2 Minuten (bzw. deinem eigenen Zeitgefühl – du kannst dir für jede Richtung auch mehr Zeit nehmen) richtest du deine Wahrnehmung auf deine rechte Seite. Behalte, vorn, hinten und links und nimm jetzt noch rechts dazu wahr.

Spür den Raum unmittelbar rechts von dir und dann weite dein Gespür Meter für Meter weiter nach rechts aus, soweit zu spüren kannst. Atme und genieße das Gefühl – es ist nicht wichtig, dass du es „richtig“ machst!

Den Raum unter und über dir spüren: Deine Verbindung zur Erde und dem Himmel

Danach gehe mit deiner Wahrnehmung nach unten und spüre alles unter deinen Füßen – egal ob du im 3. Stock bist oder draußen oder im Erdgeschoss, dehne dich nach unten aus und spüre alles unter dir.

Als Letztes spürst du alles über deinem Kopf, alles was sich überdir befindet zunächst nah, dann immer ferner, soweit du es wahrnehmen kannst. Versuche, nach dem Gefühl zu gehen und es dir nicht bildlich vorzustellen! Diese Übung basiert nicht auf Logik, es kann sich so anfühlen, als ob du den Raum um dich herum wahrnehmen kannst, obwohl du ihn nicht „siehst“. Auch wenn du nichts Bewusstes spürst, bringt dir diese Übung etwas, probier es einfach auf deine Art aus.

Kombinierte Wahrnehmung: Alle Richtungen um dich herum spüren

Zum Abschluss nimmst du für ein paar Minuten alle Richtungen um dich herum wahr: vor dir, hinter dir, links und rechts, unten und oben. Spüre den Raum und dich selbst als Mittelpunkt des Ganzen.


Im folgenden Video begleite ich dich durch die Achtsamkeitsübung "Verwurzelt & Weit", mit der du deine Wahrnehmung für dich selbst und deine Umgebung vertiefen kannst. Diese Praxis lädt dich ein, bewusst eine tiefere Verbundenheit mit dir und der Welt um dich herum zu erfahren:


So kannst du die Ãœbung in deinen Alltag integrieren

Diese Übung kannst du flexibel in deinen Alltag einbauen, um deine Wahrnehmung zu schärfen und deine innere Balance zu fördern. Sie hilft dir dabei, präsent zu bleiben und dich immer wieder mit dir selbst und deiner Umgebung zu verbinden – sei es im hektischen Arbeitsalltag oder in ruhigeren Momenten. Indem du die Übung regelmäßig anwendest, kannst du deine Achtsamkeit vertiefen und eine nachhaltige Verbindung zu deinem Körper und deiner Umgebung aufbauen.


Zum Abschluss kannst du einen Moment der Ruhe genießen, indem du deine Wahrnehmung wieder in dein Zentrum zurückholst.

Stehe, sitze oder liege, schließe die Augen und sei einfach still. Es ist nicht notwendig, etwas zu tun, es sei denn, du verspürst den Drang dazu. Wenn du danach wieder in deinen Alltag gehst, frage dich, ob es sich anders anfühlt, wenn du deine Wahrnehmung ein Stück weit erweitert hast.

Resources

Verwurzelt&Weit-Audio

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